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Coalitionen am Kinderfuss – wenn Knochen verwachsen sind

Was ist eine Coalitio?

 Was ist eine Coalitio?

Beim gesunden Fuss sind die vielen kleinen Knochen des Fussskeletts durch bewegliche Gelenke miteinander verbunden. Diese Beweglichkeit ist wichtig – sie macht den Fuss federnd, anpassungsfähig und ermöglicht ein natürliches Gangbild.

Bei einer Coalitio sind zwei benachbarte Knochen des Fusses miteinander verwachsen oder durch eine brückenartige Verbindung verbunden. Diese Verbindung kann aus Knochen (knöchern), aus Knorpel oder aus faserigem Bindegewebe (fibrös) bestehen. Je nachdem, wie fest die Verbindung ist, wird die Beweglichkeit des Fusses mehr oder weniger stark eingeschränkt.

Coalitionen entstehen meist bereits während der Entwicklung des Kindes im Mutterleib und sind damit angeboren – sie sind also keine Folge eines Unfalls oder einer falschen Belastung.

Welche Formen der Coalitio gibt es?

Die zwei häufigsten Formen sind:

  • Calcaneonaviculare Coalitio – hier ist die Ferse (Fersenbein) mit dem Kahnbein verwachsen. Dies ist die häufigste Form.

  • Talocalcaneare Coalitio – hier besteht eine Verbindung zwischen dem Sprungbein und dem Fersenbein. Diese Form macht oft mehr Beschwerden.

Seltener kommen Verwachsungen auch zwischen anderen Fussknochen vor.

Wie häufig sind Coalitionen?

Coalitionen sind nicht selten – etwa 1–2 von 100 Kindern sind betroffen. Sie treten gelegentlich in Familien gehäuft auf, ein erblicher Anteil ist möglich. Oft sind beide Füsse betroffen.

Wann werden Coalitionen bemerkt?

Viele Coalitionen bleiben lange unbemerkt, weil die Verbindung im Kindesalter noch aus weichem Knorpel besteht und erst im Jugendalter zunehmend verknöchert. Typischerweise treten Beschwerden daher erst zwischen dem 8. und 16. Lebensjahr auf – also in einer Zeit, in der Kinder und Jugendliche sportlich aktiver werden und der Fuss stärker belastet wird.

Welche Beschwerden können auftreten?
  • Schmerzen am äusseren Fussrand, an der Ferse oder im Bereich des Sprunggelenks, besonders nach Belastung oder Sport

  • Steifigkeit des Fusses – der Fuss wirkt unbeweglich und wenig federnd

  • Knick-Plattfuss – viele Kinder mit Coalitio entwickeln einen flachen, eingeknickten Fuss

  • Häufiges Umknicken des Sprunggelenks

Nicht alle Kinder mit Coalitio haben Beschwerden. Manche erfahren zufällig von ihrer Coalitio, etwa bei einer Röntgenaufnahme aus einem anderen Anlass.

Wie wird eine Coalitio festgestellt?

Die Diagnose beginnt mit einer gründlichen klinischen Untersuchung. Ich schaue, wie beweglich der Fuss ist, wie das Kind geht und ob bestimmte Bewegungen Schmerzen auslösen.

Zur Bestätigung der Diagnose sind bildgebende Untersuchungen notwendig:

  • Röntgenaufnahme des Fusses als erste Untersuchung

  • Computertomographie (CT) für eine genaue Beurteilung der knöchernen Verbindung

  • Magnetresonanztomographie (MRT) wenn die Verbindung noch aus Knorpel oder Bindegewebe besteht

Wie wird eine Coalitio behandelt?

Die Behandlung richtet sich nach dem Alter des Kindes, dem Ausmass der Beschwerden und der Art der Coalitio.

Konservative (nicht-operative) Behandlung: Bei leichten Beschwerden kann zunächst ohne Operation behandelt werden. Dazu gehören gezielte Einlagen, entzündungshemmende Medikamente, Physiotherapie oder vorübergehende Ruhigstellung des Fusses mit einem Gips. Ziel ist es, die Schmerzen zu lindern und die Belastung auf den Fuss zu reduzieren.

Operative Behandlung Wenn die Beschwerden trotz konservativer Therapie anhalten oder der Fuss stark in seiner Beweglichkeit eingeschränkt ist, kann eine Operation notwendig werden. Dabei wird die Verwachsung chirurgisch durchtrennt und der entstandene Spalt mit körpereigenem Fettgewebe oder chirurgischem Wachs aufgefüllt, damit die Knochen nicht erneut verwachsen. In ausgeprägten Fällen mit bereits fortgeschrittener Gelenkschädigung kann auch eine Versteifung der betroffenen Gelenke notwendig sein.

Was können Sie als Eltern tun?

Wenn Ihr Kind über anhaltende Fussschmerzen klagt, häufig umknickt oder Sie einen flachen, steifen Fuss bemerken, lohnt sich eine kinderorthopädische Abklärung. Eine frühe Diagnose ermöglicht eine gezielte Behandlung und hilft, langfristige Folgeprobleme zu vermeiden.

Tipps für Hausärzte und Kinderärzte

Die Coalitio tarsi ist eine häufig übersehene Ursache von Fussschmerzen und steifem Plattfuss beim Kind und Jugendlichen. Wegweisend für die Diagnose sind ein starrer, wenig federnder Fuss in Kombination mit einem Knick-Plattfuss sowie Schmerzen am äusseren Fussrand oder im Bereich der Ferse – insbesondere wenn diese mit zunehmendem Alter und steigender sportlicher Belastung auftreten.

Ein einfaches klinisches Zeichen ist die eingeschränkte oder aufgehobene Beweglichkeit im Rückfuss: Beim gesunden Kind lässt sich der Fuss beim Zehenstand in eine leichte Varusstellung bringen – fehlt diese Korrektur, ist eine Coalitio ein wahrscheinlicher Befund.

 

Als Erstbildgebung genügt eine Röntgenaufnahme des Fusses in drei Ebenen (dp/lateral/schräg); die calcaneonaviculare Coalitio ist dabei oft gut erkennbar. Für die definitive Beurteilung und Therapieplanung ist ein CT oder MRT erforderlich. Den Entscheid für diese Untersuchungen können Sie gerne dem Kinderorthopäden überlassen.

Eine Zuweisung zur Kinderorthopädie empfiehlt sich bei Verdacht auf Coalitio, bei therapieresistenten Fussschmerzen unklarer Ursache im Jugendalter sowie bei starrem Plattfuss. Je früher die Diagnose gestellt wird, desto besser sind die Chancen, mit konservativen Massnahmen eine Operation zu vermeiden.

Wir helfen Ihrem Kind gerne weiter – vereinbaren Sie jetzt einen Termin.

Kinder- und Jugendorthopädie

Dr.med. Bernhard Speth 

KSA am Bahnhof

Bahnhofplatz 3c

5000 Aarau​

 

Tel. 062 822 23 04 

Email: info.kinderortho@hin.ch

Website:www.kinderorthopraxis.ch

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